Supersonntag, 16.03.2009

Paten „lotsen“ Flüchtlinge durch die ersten Monate

Kampagne „Save Me“ findet auch im Kreis Aachen Unterstützung


Kreis Aachen/Baesweiler. Schutzbedürftige aus Krisengebieten werden unterstützt.
Der Rat der Stadt Aachen hat es vorgemacht: In einem interfraktionellen Beschluss erklärte er kürzlich, dass die Kaiserstadt Flüchtlinge aufnehmen wird. Und zwar besonders Schutzbedürftige aus Krisengebieten der Welt, ausgewählt vom Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen. Weltweit sind nach Schätzungen des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) 40 Millionen Menschen auf der Flucht.
Den meisten von ihnen gelingt es nicht ihr Heimatland zu verlassen oder sie schaffen es gerade einmal bis in die Nachbarländer. Oft bleiben sie dort für viele Jahre in überfüllten Flüchtlingslagern, ohne jede Perspektive auf Rückkehr oder einen Neuanfang. Ein breites Bündnis von Wohlfahrtsverbänden, Kirchen, Menschenrechts- und Flüchtlingsorganisationen fordert, dass Deutschland jedes Jahr ein Kontingent an Flüchtlingen aus den Erstzufluchtsstaaten aufnimmt und integriert.

Ja, zur offenen Stadt

Die deutschlandweite Kampagne „Save Me- Eine Stadt sagt Ja!“ fordert dabei einen menschenwürdigen Umgang mit Flüchtlingen, echten Flüchtlingsschutz und ein „Ja!“ zu einer offenen, lebenswerten und menschlichen Stadt. „Schließen Sie sich der Kampagne von einem breiten Bündnis verschiedener Organisationen und Privatpersonen an und werden Sie Pate“, appeliert Franz-Peter Eicke, Leitungsverantwortlicher des Katholikenrates Aachen-Land an die Bevölkerung. Diese Unterstützung ist vorerst symbolisch. Patinnen und Paten machen durch ihre Willensbekundung deutlich, dass Flüchtlingsschutz uns alle betrifft und ein Umdenken in der Flüchtlingspolitik nötig ist.
„ Konkret kann das später heißen, dass Sie als Patin oder Pate, einen der ankommenden Flüchtlinge willkommen heißen und ihm helfen, sich im Raum Aachen zurechtzufinden. Sie gehen damit keinerlei finanzielle Verpflichtungen ein. Patinnen und Paten sollen im Rahmen ihrer Möglichkeiten den Ankommenden ihren Start in der neuen Heimat vereinfachen. So können sie eine Art Integrationslotse werden“, so Gerd Mertens, Geschäftsführer des Katholikenrates Aachen-Land. Neben den Volksvertretern im Rat der Stadt Aachen haben bereits mehr als 250 Männer und Frauen aus Aachen und Umgebung ihre Bereitschaft erklärt, mitzumachen. Es bildet sich zur Zeit ein Netzwerk von Patinnen und Paten. „Um ein noch stärkeres Zeichen der Solidarität zu setzen, sollen weitere Paten im Kreis Aachen gewonnen werden“, berichtet Inge Heck-Böckler von Amnesty International, Bezirk Aachen.
Im Kreisgebiet organisiert der Katholikenrat der Region Aachen die Kampagne „Save me“ in Kooperation mit dem Nachbarschaftstreff in Setterich.
fr

Infos bei Inge Heck-Böckler, 003287-557927.

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