WEITBLICK - 1. Ausgabe Aktionsplattform des Katholikenrats Aachen-Land, 01.12.2008

Paten für Flüchtlinge gesucht

In vielen Teilen der Welt herrschen Verfolgung, Hungersnöte und Krieg. In Ländern wie Irak, Af­ghanistan,  Kongo oder Sudan sind Hunderttau­sende auf der Flucht.
Weltweit sind es nach Schätzung der UNO-Flüchtlingsorganisation (UNHCR) 40 Millionen Menschen. Die meisten der Flüchtlinge schaffen es gerade mal bis an die Landesgrenzen. Dort landen sie in überfüllten Lagern an den Grenzen oder in den Nachbarländern, wo sie oft ohne jede Perspektive auf Rückkehr oder einen Neuanfang verbleiben müssen.
Der UNHCR betreut diese Flüchtlinge und musste feststellen, dass es unter ihnen Gruppen gibt, die besonders schutzbedürftig sind: Kranke, Verletzte, traumatisierte Menschen, vergewaltigte oder von Vergewaltigung bedrohte Frauen, Frauen mit Kindern oder allein lebende Kinder.
Für diese Personengruppen wurde durch die UNO ein Programm entwickelt, das in der Fach­sprache Resettlement (Neuansiedlung) genannt wird. Hier vermittelt der UNHCR ausgewählte Flüchtlinge an Staaten, die daran teilnehmen. Letztendlich entscheiden aber die Aufnahmeländer selbst, ob die vorgeschlagenen Personen bei ih­nen aufgenommen werden.
Um die Einrichtung solcher Programme zu untermauern, haben sich in mehren Städten in Deutschland Kirchen, Wohlfahrtsverbände, Men­schenrechts- und Flüchtlingsorganisationen zu­sammengeschlossen, um die Kampagne „Save me - eine Stadt sagt ja!" zu unterstützen.
So auch in der Stadt Aachen. Dort wurde ein wichtiges Etappenziel erreicht. Bei der Stadtrats­sitzung am 19. November 2008 wurde auf Antrag des Katholikenrates Aachen Stadt und Amnesty Bezirk Aachen ein Ratsbeschiuss zur Aufnahme von Flüchtlingen im Rahmen eines Resettlement-Programms für Aachen erwirkt. Der Beschluss wurde einstimmig getroffen.
Auch unser Katholikenrat der Region Aachen Land unterstützt diese Kampagne und wirbt hier­mit für ein breites Bündnis in unseren Kreisstäd­ten. Jeder Bürger kann diese Aktion mit unterstüt­zen. Wir bitten Sie: Werden Sie Patin oder Pate.
Diese Unterstützung ist vorerst symbolisch. Patinnen und Paten machen durch ihre Willensbe­kundung deutlich, dass Flüchtlingsschutz uns alle betrifft. Später kann das heißen, dass Sie als Patin oder Pate, einen der ankommenden Flüchtlinge willkommen heißen und ihm helfen, sich in unserer Region Aachen-Land zurechtzufinden. Sie gehen damit keinerlei finanzielle Verpflichtungen ein. Eine Patenschaftserklärung liegt dem Weitblick bei Nähere Infos und die Liste der ersten Patin­nen und Paten finden Sie unter www.save-me-aachen.de. Eine Veranstaltung des Katholikenrats Aachen Stadt und Amnesty International am Frei­tag, 13. Februar 2009, 19 bis 21.30 Uhr im Kate­chetischen Institut, Eupener Str. 138 in Aachen gibt weitere Einblicke. Mit Dr. Otmar Oehring von missio und Tim Schröder von Amnesty Internatio­nal sind zwei ausgewiesene Experten mit dabei.

Gerd Mertens, Geschäftsführer des Katholiken­rats Aachen-Stadt, und Ingeborg Heck-Böckler von Amnesty International e. V., Bezirk Aachen

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