Aachener Zeitung, Nr. 31, 63. Jahrgang, S.2, 06.02.2009

NRW nimmt 540 irakische Flüchtlinge auf

Düsseldorf/Aachen. In den nächsten Wochen will NRW 540 nach Syrien und Jordanien geflohene irakische Flüchtlinge aufnehmen. Dazu zählen vor allem Irakische Christen, die unter anderem auch in Aachen unterkommen sollen.
Angehörige der christlichen Minderheiten im Irak seien Bedrohung und Verfolgung ausgesetzt und deshalb besonders schutzbedürftig, sagte Integrationsminister Armin Laschet (CDU) gestern in Düsseldorf, Zusammen mit Wolfgang Bosbach, Unionsfraktionsvize im Bundestagstag, hatte er eine Informationsreise nach Syrien und Jordanien unternommen.
Bereite im November haue die EU beschlossen, 10000 irakische Flüchtlinge in Europa aufzunehmen. Davon sollen 2500 nach Deutschland kommen. Die 540 für NRW bestimmten Flüchtlinge sollen überwiegend in Köln, Düsseldorf, Aachen, Neuss und Münster untergebracht werden. Dort gebe es chaldäische Gemeinden, die bereit seien, irakische Christen aufzunehmen, sagte Laschet.
In Syrien leben Schätzungen zufolge über eine Million Irakischer Flüchtlinge. In Jordanien soll es eine halbe Million sein. „Das ist für die beiden Länder eine große Belastung", sagte Laschet gegenüber unserer Zeitung. Zu entscheiden, wem nun Asyl gewahrt werde und wem nicht, beschreibt er als „sehr schwierigen Prozess“. Aufgenommen werden sollen neben Angehörigen religiöser Minderheilen auch Folteropfer, Traumatisierte und alleinstehende Frauen mit Kindern. Zudem gelten familiäre Bindungen nach Deutschland als Maßstab für die Integrationsfähigkeit. Die Flüchtlinge sollen vom Bundesamt für Migration durch Befragungen in Syrien und Jordanien überprüft worden, um Sicherheitsrisiken auszuschließen.
Die ersten irakischen Flüchtlinge sollen voraussichtlich im Mai im Grenzdurchgangslager Friedland in Niedersachsen ankommen und dort unter Mithilfe des Kompetenzzentrums für Integration bei der Bezirksregierung Arnsberg auf die einzelnen Kommunen verteilt werden. Die Flüchtlinge sollen zunächst eine dreijährige Aufenthaltserlaubnis erhalten.
Im November vergangenen Jahres hatte der Rat der Stadt Aachen einstimmig seine Bereitschaft erklärt, im Rahmen eines Neuansiedlungsprogramms der Bundesregierung Flüchtlinge dauerhaft aufzunehmen. (ddp/epd/val)

Zurück