Aachener Nachrichten, Nr. 304, S.15, 31.12.2009

Manche der Flüchtlinge haben fünf Jahre in Lagern gelebt

Weltweit sind nach Schätzungen des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) 40 Millionen Menschen auf der Flucht.
Den meisten von ihnen gelingt es nicht, ihr Heimatland zu verlassen, oder sie schaffen es nur bis in die Nachbarländer. Oft bleiben sie dort für viele Jahre in überfüllten Flüchtlingslagern, ohne Perspektive auf Rückkehr oder Neuanfang.
Ein breites Bündnis von Wohlfahrtsverbänden, Kirchen, Menschenrechts- und Flüchtlingsorganisationen fordert, dass Deutschland jedes Jahr ein Kontingent an Flüchtlingen aus den Erstzufluchts-staaten aufnimmt und integriert.
Dieses Resettlement (Neuansiedlung) bedeutet die dauerhafte Aufnahme von besonders schutzbedürftigen Personen aus Krisenregionen durch sichere Staaten.
Deutschland ist bislang noch kein Resettlementstaat. Allerdings hat die Bundesrepublik mehrfach Gruppen von Flüchtlingen aufgenommen. Ende der 1970er Jahre fanden zum Beispiel 26000 vietnamesische „Boatpeople" eine dauerhaft sichere Aufnahme in Deutschland.
Von insgesamt rund 2500 Flüchtlingen, die Deutschland im Rahmen der „Save me"-Kampagne aufnimmt, sind bis jetzt 2069 eingetroffen. Alle sind von den Vereinten Nationen als besonders schutzwür-
dig eingestuft worden. Es sind Alte, Kranke, unbegleitete Minderjährige, Frauen und traumatisierte Menschen.
Die 26 Flüchtlinge, die in Aachen ein neues Zuhause gefunden haben, sind Schiiten, Sunniten und chaldäische Christen, es sind Erwachsene und Kinder, Familien und Alleinerziehende. Alle haben zwischen anderthalb und fünf Jahren in syrischen oder jordanischen Flüchtlingslagern gelebt.
Die Aachener „Save me"-Kampagne ist auch auf Spenden angewiesen:
Bistum Aachen, Bank für Sozialwirtschaft Köln,
Konto 511 2222 522, BLZ 370 205 00,
Stichwort „save me".

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