Göttinger Tageblatt, 10.03.2009
Irakische Christen kommen nächste Woche
Insbesondere für rund 400000 Angehörige ethnischer und religiöser Minderheiten, so kürzlich Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU), bestehe keinerlei Perspektive in den Erstaufnahmestaaten. Eine Rückkehr in den Irak sei auf lange Sicht ausgeschlossen.
Wenngleich es Kritik daran gab, dass ausschließlich verfolgte Christen aufgenommen werden sollen, steht fest: Deutschland wird 2500 der insgesamt von der Europäischen Union aufzunehmenden 10000 irakischen Christen aufnehmen. Es sind alles so genannte Härtefälle (alleinerziehende Mütter, Folteropfer, Kranke, Minderjährige und Alte). Sie werden zunächst im letzten deutschen Grenzdurchgangslager in Friedland untergebracht. In der zwölften Woche werde das erste Flugzeug mit bis zu 145 Flüchtlingen in Hannover erwartet. Weil Schwerkranke unter ihnen zunächst in Krankenhäuser gebracht werden, erwartet Hörnschemeyer 120 bis 140 Neuzugänge im Zwei-Wochen-Rhythmus.
Im Lager Friedland wird man die zusätzlichen Aufgaben neben der Betreuung von Spätaussiedlern und jüdischen Zuwanderern ohne zusätzliches Personal bewältigen können. Mit einer Agentur wurden zusätzlich Dolmetscherverträge abgeschlossen. Die Arabisch sprechenden Übersetzer werden je nach Bedarf flexibel eingesetzt.
Jürgen Gückel



