Deutsche Presse-Agentur (dpa), 04.03.2009
Hilfsorganisationen fordern Programm für Ansiedlung von Flüchtlingen
Die ersten irakischen Flüchtlinge, vorwiegend Angehörige religiöser Minderheiten, werden noch im März erwartet. Die Flüchtlinge haben in Syrien Schutz gesucht. Deutschland will besonders schutzbedürftige Menschen aufnehmen, die keine Rückkehrperspektive haben. Nach einer Zwischenstation im Aufnahmelager Friedland sollen sie auf die Bundesländer verteilt werden. Nach Paragraf 23 des Aufenthaltsgesetzes sollen die Flüchtlinge eine Arbeitserlaubnis erhalten.
«Dieses Aufnahmeprogramm bahnt den religiösen Minderheiten und anderen Schutzbedürftigen aus dem Irak einen Weg aus der Sackgasse», sagte der Geschäftsführer von Pro Asyl, Günter Burkhardt. Allerdings bräuchten mehr als 2500 Menschen eine sichere Heimat. Julia Duchrow, Flüchtlingsexpertin von Amnesty International nannte ein Programm zur Neuansiedlung von Flüchtlingen dringend. Die EU nehme bislang nur wenige Flüchtlinge auf.
Der Irak sei kein Einzelfall. Auch anderswo befänden sich viele Flüchtlinge in einer menschenunwürdigen, ausweglosen Lage und benötigten dringend Hilfe. Nach Schätzungen des Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen UNHCR sind weltweit rund 67 Millionen Menschen auf der Flucht oder leben in flüchtlingsähnlichen Situationen. Mehr als sechs Millionen Flüchtlinge befänden sich in einer anhaltend ausweglosen Situation, stellten die drei Verbände in einer gemeinsamen Erklärung fest. Die große Mehrheit von ihnen flüchte in die Nachbarländer, die mehr als finanzielle Unterstützung benötigten



